„Echo?“ „Hallo!“

07.09.

Nach dem kleinen Tief in Knysna nun wieder mitten im Hoch angekommen (abgesehen vom plagenden Halsschmerz). Wir sind in Wilderness und haben zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen – wir sind an einem schönen Ort und haben für unsere geplante Tour nach Oudtshorn weniger bezahlt als angenommen.

Eigentlich hatten wir eingeplant nach George zu fahren und von dort aus den Trip nach Oudtshorn anzugehen, da George dafür einfach sehr praktisch liegt und es ein Hostel gibt, welches die Fahrt anbietet. Wir hatten das Hostel schon reserviert, aber Bauchschmerzen. Das Zimmer war nicht das günstigste, George ist nicht die schönste Stadt und auch die Tour kostete ordentlich. Wilderness ist ja viel schöner. Und vielleicht kann man auch von dort aus den Trip machen? Wir hörten auf unser (vorallem mein) Bauchgefühl, strichen George und buchten ein Zimmer in Wilderness, welches direkt 100 Rand pro Nacht günstiger ist.

Ein sechs Wochen alter Gepard - Hach

Und dann die Tour! Wir wurden ganz privat umhergefahren und konnten entscheiden, was wir machen wollen. Wir versuchten unser Glück am Dolphin Point, aber konnten weder Delfine noch Wale erblicken, und besichtigten eine Töpferei in George, in der Geschirr in mühevoller Handarbeit hergestellt wird, welches selbst Jamie Oliver kauft. Dann ging es weiter Richtung Outdshorn. Die Straße schlängelt sich durch dramatische Berge, welche sich später öffnen und den Blick auf Straußen-Farmen eröffnen. Diese passierten wir aber und entschieden uns für die Chance Geparden zu sehen (die letzten der Big Five, die uns noch fehlten).

Aber dann das lang erwartete wirkliche Highlight der Tour: Die Cango Caves. Ein fünf Kilometer lange Tropfsteinhöhlensytsem, damit das viertgrößte Höhlensystem, welches kommerziell geöffnet ist. Nach einem kleinen Snack begaben wir uns in die Tiefen und auch, wenn ich sie bereits das dritte Mal besichtigte, war ich gleichermaßen beeindruckt. Von hier an lass ich lieber die Bilder sprechen:

Umwerfend. Riesig. Und wir sind ganz klein.

Stefan und die Formation "Kleopatras Nadel"

Riesig.

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Die erste Enttäuschung

05.09.

Abgesehen von dem kleinen Flugdesaster zum „Start“ (oder Nicht-Start) und dem ewigen Rumkränkeln lief bei uns bisher fast alles so, wie wir uns das vorgestellt hatten. So eine Strähne muss natürlich reißen. *ratsch* machte es in Knysna.

Laguneneinsichten

Knysna ist eine typische und von Tourist_innen besonders geliebte Garden Route Stadt – klein, hübsche alte Häuser, waterfront, Restaurants und Läden mit allerlei Souvenirs. Sie liegt besonders nett an einer großen Lagune, welche sich nur schmal zwischen den Heads genannten Felsen zum Indischen Ozean hin öffnet. Früher einmal als gefährlichste Hafeneinfahrt der Welt beschrieben.

Die gefährlichste Hafeneinfahrt der Welt (damals)

Wir entschlossen uns eine Fahrt auf der Lagune zu den Heads zu unternehmen und entschieden uns mit einer der einfachen, offenen, flinken ferries  zu fahren. Als wir unser Ticket kaufen wollten, wurde uns mitgeteilt, dass die Fahrt auf diesen aber heute kürzer als sonst sei, aber jetzt ja auch ein anderes Schiff direkt losfahren würde. Tja, da habe ich mich tatsächlich mal überrumpeln lassen.

Vor uns lagen neunzig Minuten tödliche Langweile, denn es gab weder erklärende Kommentare, noch hatte man das Gefühl, das Schiff führe wirklich (ja wenn man so langsam fährt, ist es ja klar, dass der Weg länger dauert). Und das alles für mehr Geld. Irgendwie kein guter Deal.

Beschauliche Hafenidylle

Aber wenigstens konnten wir Knysna noch für eine typische Touri-Tätigkeit nutzen: Shoppen. Wir kauften direkt typisch Touri-mäßig ein: eine Reise-Wäscheleine, kleine Backpacker-Handtücher (die gleiche Marke wie unsere großen,  aber nur halb so teuer wie in Deutschland!!!) und eine schicke Thermoskanne.

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Ein „Wild Spirit“ Geburtstag

03.09.

You are staying for two nights? That’s so great! Then you can join my birthday party!“, die Begrüßung hallte nach. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Wir fanden raus, dass es sich nicht mal um “irgendeinen” Geburtstag handelte, sondern um den 60. Von J., der Besitzerin des Wild Spirits.

Wo sich Katze und Hahn "Gute Nacht" sagen

Den ganzen Tag über gab es geschäfftiges Treiben, Blumen wurden gepflückt, der Raum und die Terasse (mit dem wunder schönen Ausblick über den Tsitsikama Nationalpark) wurden hergerichtet, ums Essen wurde ein Geheimnis gemacht („You wanna order dinner- great, I cant tell you what it will be, it’s a birthday surprise dinner!).

Am Abend, wir feierten in den Geburtstag hinein, kamen die ersten Gäste, die Plätze um das wärmende Feuer wurden rarer und die Glaskugel (jaha) wurde drappiert. P. fuhr auf das Gelände und lud eine große Ladung Jembe auf dem Trommelplatz ab und auch dort wurde nun ein Feuer entzündet.

"The Sunset Tree of Love"

Der Abend entwickelte sich zu dem sicher schönsten 60. Geburtstag, den ich bisher begehen durfte – So möchte ich meinen auch feiern! Ich ließ mich von P. in die Welt der Trommeln einführen und eine immer größer werdene Gruppe füllte die Nacht mit den Rythmen unserer Improvisationen. Die Teller wurden voll beladen. Das Essen schmeckte natürlich köstlich (Reis,  Dhal, Huhn, vegetarisches nut loaf, Kürbis und zum Nachtisch Kuchen und Eis).

Trommelplatz und Terasse - Der Abend kann beginnen

Kurz vor zwölf versammelten wir uns im Aufenthaltsraum, sangen ein Geburtstagsständchen und stießen auf J. an – mit dabei auch ihr 90-jähriger Vater! Es wurde weiter musiziert und erzählt und jede_r durfte eine Sinnspruchkarte ziehen, um sich mit diesem Spruch an den Tag zu erinnern.

You don’t have to go there. There is here.

Ein Wunder, dass wir es trotzdem am nächsten Tag schafften abzureisen

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Von der Liebe zur Sprosse

02.09.

Wen man so alles beim Abwaschen  trifft… z.B. den Betreiber des Blogs http://lovesprouts.wordpress.com. Jedenfalls ist das gut möglich, wenn man, wie wir, in der Wild Spirit Lodge in The Crags nächtigt und in der Selbstverpflegerküche kocht und isst. In eben dieser lagert J. nämlich auch seine Sprossen, bzw. die Samen, die mal Sprossen werden möchten.

Ich habe gleich mal die Chance genutzt, um mich in das Sprossen-Zieh-Business einweisen zu lassen. Klingt gar nicht so schwer. Eine Hand voll Samen in ein Glas, dieses dunkel aber nicht luftverschlossen lagern. Zweimal täglich die Sprossen waschen. Sobald kleine gelbe Blättchen auftauchen, die Sprossen für ca. zwei weitere Tage im Licht wachsen lassen – aber nicht das zweimal täglich Waschen vergessen. Wenn die Blätter grün sind, können die Sprossen in den Kühlschrank oder natürlich auch direkt in den Bauch!

Tipp: Zwiebelsprossen auf’s Brot mit Käse.

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Regen im Paradies

02.09.

Glänzendes Federkleid

Wieder zum Tiere angucken! Nachdem wir nun viele der großen Gefährten beobachten konnten,  entschieden wir uns für einen Besuch im Birds of Eden, dem weltgrößten single dome Bird Aviary. Auf 2,1761 Hektar leben etwa 2000 Vögel, die über 180 verschiedenen Arten angehören. Das Gelände ist wunderschön angelegt: Zwischen riesigen Bäumen, schlängelt sich ein Fluß entlang. Es gibt kleine Seen. Und der Vogelgesang ist schallt aus jedem Winkel.

Flamingos auf dem Weg

Leider erwischte uns ein ordentlicher Regen, der mit Kälte einherkam. Wir hetzten also uns ein wenig durch das Gelände, wurden von einem Vogel attackiert und sahen trotzdem unglaublich interessantes Gefiedertes: leuchtend rote Ibise, den Spotted Dikkop, Flamingos, einen  blauen Kranich und den beeindruckend bunten Golden Pheasant.

Der Attentäter

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Vogelgleich

31.08.

Am letzten Augusttag verließen wir nun P.E. und begaben uns gen Garden route. Uns nächster Stopp sollte im Storms River Village nahe dem Tsitsikama Park sein. Wir hatten uns das DiJembe Backpacker ausgewählt und ich hatte mir vorgenommen den Stop für irgendeine actionreiche Aktivität zu nutzen – denn genau davon gibt es in der Umgebung eindrucksvoll viele.

Ich habe ja ein Problem mit Höhen. Und ich muss es auch nicht zu schnell haben. Bei Karussels mag ich es nicht, wenn die Beine frei schweben. Die besten Voraussetzungen also eine foefie slide (auch bekannt als canopy tour oder zipline) auszuprobieren. Wir machten uns also auf und gingen das Abenteuer als kleine Gruppe an: Wir, unser Fahrer und ein Freund von ihm. Erstaunlicherweise hatte ich gar kein Problem mich über die Schlucht an einem Drahtseil in ordentlicher Geschwindigkeit gleiten zu lassen. Nur Fliegen muss schöner sein! Huuuuuuuuiiiiiiii – rasten wir über die Wasserfälle unter uns. Die längste Strecke betrug etwa 210 Meter. Ziemlich spektakulär und Fotos und Videos beweisen unseren Mut.

Huuuuuuiiiiiiiii

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Das seltsamste Museum der Welt

30.08.

Ich vergebe diesen Award feierlich an das Bayworld in Port Elizabeth. Das Museum, was zum mittlerweile geschlossenem Ozeanium gehörte, beherbergt eine Zusammenstellung an Ausstellungsstücken, wie ich sie selten gesehen habe. Eintritt kostet der Spaß 20 bis 25 Rand. Dafür sieht man Nachbildungen von Dinosauriern und echte Stücke, lebende Schlangen und Schildkröten, Perlenkunst, Kleidung aus den 1960igern-1980igern aus Südafrika, Hai- und Wal-Nachbauten, ein Kuriositätenteil (ja, den gibt’s noch extra…), Kinderwägen aus verschiedenen Jahrhunderten, Schiffsmodelle und Fundstücke aus geborgenen Schiffen, alte Seekarten und ein menschliches Skelett. Dies alles wird in einem erfrischenden Wechsel präsentiert. Tatsächlich interessant ist der Seefahrtsteil. Aber eine riesige Stofftierspinne kann sicher auch einige begeistern.

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